Drei Frauen und Eine Vision für Fortschritt

Wie können Frauen aus Armut und Hoffnungslosigkeit ausbrechen? Bleiben sie mit vielen eigenen Kindern in ihren angestammten Lebensverhältnissen, verpassen sie meist die Möglichkeit sich fortzubilden und positive Entwicklungen in ihrem Umfeld voranzubringen. Wir glauben: Mit kleinen aber wirksamen Veränderungen, die die Frauenrechte stärken, Frauen mehr Gehör verschaffen, Frauen in ihrer Arbeit entlasten und wirtschaftlich fördern lässt sich viel erreichen. Ein Schlüssel ist dabei, einen Zugang zu Bildung, Gesundheitsfürsorge und Einkommen zu schaffen. Wir erzählen drei Geschichten von jungen Frauen, die einen Schritt aus der Hoffnungslosigkeit hinaus wagen. 

Bangladesch - Yasmin rettet ihre eigene Vergangenheit

Yasmins Vater floh Anfang der Neunzigerjahre aus Myanmar in das benachbarte Bangladesch. Er gehörte zur verfolgten Minderheit der Rohingya. Er heiratete eine Einheimische und ging als Gastarbeiter nach Malaysia, um seine neue Familie zu versorgen. Yasmin und ihre vier kleinen Geschwister sollten ein besseres Leben haben. Umso tragischer war sein plötzlicher Tod für die Familie. Yasmins Schulbildung wurde zu teuer, sein Traum schien geplatzt.

Da half Mission East. Unser Partner Medical Teams International braucht medizinische Hilfskräfte in den Flüchtlingslagern nahe der Grenze zu Myanmar. Denn 2017 kam es erneut zu gewaltsamen Vertreibungen der Rohingya aus ihren Siedlungsgebieten. Yasmin bekommt nun eine Ausbildung und verdient ihr eigenes Geld. Doch die Hilfe bedeutet noch mehr für sie: Indem Yasmin diesen Menschen hilft, rettet sie auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte.

Nepal - Bimala lernt im Kuhstall lesen

Bimala Kafle ist 18 Jahre alt als sie Susanne Madsen von Mission East in Nepal begegnet. Zusammen mit ihrer Freundin Biurwa Rawal hütete sie Kühe und war ziemlich verzweifelt. Eigentlich sollen alle Kinder in Nepal zur Schule gehen. Doch Bimala wurde mit Beginn ihrer Menstruation davon abgehalten. Weil sie "unrein" und daher "unwürdig" war am öffentlichen Leben teilzunehmen, teilte sie die Dorfgemeinschaft zu schlichten Hilfsarbeiten im Haus oder im Stall ein. Selbst wenn sie später versuchen würde das Verpasste nachzuholen, wäre sie eindeutig benachteiligt.

Mission East bietet Alphabetisierungskurse und Selbstlerngruppen in entlegenen Regionen Nepals an. Susanne war vor Ort und hat sich mit den Menschen unterhalten, die an diesen Gruppen teilnehmen, um zu erfahren wie sich ihr Leben daraufhin verändert hat. Bimala und ihrer Freundin können nun bald Schreiben und Rechnen. Beides ist entscheidend: Denn nur wer Verträge unterschreiben und Beträge berechnen kann, der ist auch in der Lage, die Hilfen von Behörden zu beantragen, Darlehen aufzunehmen oder ein Geschäft zu eröffnen. Die jungen Frauen lernen fleißig ohne ihre Aufgaben zu vernachlässigen. Sie haben ein neues Selbstwertgefühl und arbeiten an einem besseren Leben.

Afghanistan - Dank der Hühner, können ihre Kinder zur Schule gehen

Qandi Gul lebte mit ihren Kindern von dem spärlichen Einkommen ihres Mannes, der als Tagelöhner auf den Feldern anderer arbeitete. Was er nachhause brachte reichte nicht aus, um die Kinder zur Schule zu schicken. Und besonders in den ländlichen Gebieten Afghanistans haben Frauen nicht die Möglichkeit, außerhalb des Hauses zu arbeiten.

Mitarbeiter von Mission East fanden eine Lösung, um Qandis Familie einen besseren Lebensunterhalt zu ermöglichen. Unsere Mitarbeiter gaben Gul 15 Hühner. Jeden Tag bekommt sie so 10 bis 15 Eier, die sie verkaufen kann. Nun sind auch Schulbücher und Stifte für den Unterricht in der Dorfschule finanzierbar. Mehr hier.

Jetzt können diese drei Frauen ihr Leben in die eigene Hand nehmen.