Nasima hat Angst vor den Wolken

Hunderttausende geflüchtete Rohingya aus Myanmar leben seit Monaten in Notunterkünften in Bangladesch. Epidemien bedrohen die Menschen. Und jetzt kommt eine tödliche Gefahr hinzu.

Die achtjährige Nasima, ihre drei Geschwister, ihre Eltern und ihre Großmutter überquerten den Fluss Naf zwischen Myanmar und Bangladesch, als ihr überfülltes Boot von einer großen Welle getroffen wurde und kenterte. Nur 16 von 76 Menschen überlebten das Unglück. Das Mädchen wäre auch beinahe ertrunken. Doch ihr gelang etwas zu greifen, das auf der Wasseroberfläche schwamm und sich daran festzuhalten. Es stellte sich heraus, dass es der Körper ihrer toten Großmutter war, die auf diese Weise Nasimas Leben rettete.

Nasima lebt jetzt mit ihrem Onkel und ihrer Tante im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch. Sie benimmt sich wie ein normales fröhliches Mädchen, aber wenn die Rede auf ihre Familie fällt, verschwindet ihr Lächeln. Sie hat Albträume. Sie erzählt, dass ihre Mutter sie im Traum verletzt und anklagend fragt, wo Nasimas Schwester ist. Nasima hatte vergeblich versucht sie zu retten, als die Welle sie traf.

Neue Katastrophe auf dem Weg

Wie viele Rohingya ist Nasima Opfer von gewaltsamen Vertreibungen ihres Volkes aus Myanmar. Im benachbarten Bangladesch sind sie in Sicherheit. Doch jetzt droht ein neuer Feind aus einer ganz anderen Richtung. Die Monsunzeit hat begonnen, gefolgt von heftigen Stürmen und Überschwemmungen. Nasima schaut jetzt angstvoll in den Himmel.

Flüchtlingslager wie Kutupalong sind besonders anfällig für die Launen der Natur, weil viele der selbst gebastelten Behausungen nur aus Bambusstöcken und Planen bestehen. Schlimmer noch: Latrinen laufen über und bedrohen so die Versorgung mit sauberem Wasserversorgung. Auch die wenigen improvisierten Kliniken sind vom Wasser bedroht. Die Geflüchteten in dem überfüllten Lager werden während des Monsuns besonders anfällig für ansteckende Krankheiten sein.

 

 

Mission East und seine Partner helfen

Medical Teams International (MTI) ist unser Partner vor Ort und schult die Menschen bei der Aufrechterhaltung ihrer Hygiene, wie sie Durchfall behandeln und dabei helfen, neue Kliniken einzurichten.

Die Kollegen von MTI sind bereit, ihre Bemühungen noch zu verstärken, wenn die heftigen Regenfälle und Hurrikane wüten. Auch Nasima und ihre verbliebenen Angehörigen kann so tatkräftig geholfen werden. Vielleicht willst auch Du uns dabei unterstützen.