Bundesregierung setzt im Irak erneut auf Mission East

Der Erfolg unserer Not- und Aufbauhilfe im Nordirak kann mit offizieller deutscher Unterstützung weitergehen. Das Auswärtige Amt in Berlin wird unsere Arbeit auch im kommenden Jahr wieder mit einer Million Euro unterstützen. Es geht vor allem um dringend benötigte humanitäre Unterstützung für rund 60.000 Vertriebene und Heimkehrer in den irakischen Landesteilen Ninewa und Kirkuk.

Die Lage dort ist besonders dramatisch. Mehr als drei Millionen Menschen mussten im Nordirak während der Kämpfe zwischen dem IS, kurdischen Einheiten und der irakischen Armee aus ihren Häusern fliehen. Viele Familien haben Zuflucht in Flüchtlingslagern gesucht. Aber die meisten Vertriebenen leben außerhalb dieser Camps in improvisierten Siedlungen oder halb zerstörten Gebäuden. Wer Glück hat, konnte bei Verwandten unterkommen. Diese Menschen brauchen bei der Ankunft Heizmittel, Decken, warme Kleidung, Küchenutensilien und etwas, um darauf zu schlafen. Ganze Familien leben ohne jede Privatsphäre oder Abdeckungen für Türen und Fenster.

 

 

Mission East ist auf die Aufgabe gut vorbereitet

Mission East hat mit solchen schwierigen Einsätzen viel Erfahrung. Unser Team vor Ort ist groß genug, um vielen Menschen in kurzer Zeit spürbar zu helfen. Gleichzeitig sind wir aber als Organisation auch klein genug, um rasch und flexibel dort zu reagieren wo die Not am größten ist. Unser Augenmerk gilt dabei kleineren und abgelegenen Siedlungen, die oft von der internationalen Gemeinschaft vernachlässigt werden.

Wir verteilen auch als Starthilfe Bargeld an völlig mittellose Menschen, um damit das Nötigste zu kaufen und die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Die Verteilung von Geld ist eine respektvolle Art zu helfen, da die Menschen selbst entschieden können, wie sie das Geld einsetzen wollen. Mut und Selbstbewusstsein sind für sie ebenso wichtig, wie Kleidung und Nahrung.

Das Tempo der Rückkehr ist trotz neuer Spannungen beispiellos

Die Menschen wollen wieder nachhause, um den Wiederaufbau zu beginnen. Allein in Mossul schätzt man die Zahl der Rückkehrer in die Stadt auf mehr als 230.000. Mission East wird dort ein neues Büro eröffnen, um vor Ort und dauerhaft zu helfen.

Gleichzeitig wird an anderen Brennpunkten, wie im westlichen Anbar, weiter gekämpft. Dort fliehen die Menschen noch immer vor der Gewalt. Auch die aufgeflammten Auseinandersetzungen zwischen der irakischen Regierung und den Kurden, nach deren Unabhängigkeits-Referendum, sorgen für neue Unruheherde. Der Irak wird auch 2018 im Fokus unserer Arbeit stehen. Damit aus dem zentralen Krisenherd im Mittleren Osten wieder ein stabiles und lebenswertes Land wird. Unterstützen Sie uns!